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BNN Bericht 20.06.2022

 

Wie Camping, nur auf dem Wasser

Der Karlsruher Yachthafen ist im Sommer ein beliebtes Ziel für Motorbootfahrer

Es ist ganz schön was los im Karlsruher Yachthafen. Auf dem Parkplatz packen Bootsbesitzer Proviant und Ausrüstung in Handwagen, um sie zu ihrem Boot zu bringen. Auf dem Wasser fährt ein Boot nach dem anderen sowohl in den Hafen rein als auch raus.

Hansi Lederer steht mit seiner „Bavaria“ gerade an der Tankstelle im hinteren Teil des Yachthafens. Er ist auf dem Weg zurück in seinen Heimathafen in Mannheim. 14 Tage war er mit dem elf Meter langen Boot auf dem Rhein unterwegs. Das macht er jedes Jahr. Breisach, Kehl und Straßburg sind dabei mitunter seine Ziele.

„Ich schau mir die Städtchen und die Kultur an“, erzählt er. Er liebe die Freiheit auf dem Wasser, mit dem Boot könne man baden, wann immer man wolle. „Und bei der Hitze muss man in keiner Innenstadt herum rennen“, sagt er und lacht. Dann geht es noch kurz ins Clubschiff, um zu zahlen, bevor die Fahrt weitergeht.

Dort wirft gerade Koch Klaus Hildenbrand einen Blick ins klimatisierte Restaurant „Das Schiff“. Er ist wohl der einzige, dem im Yachthafen an diesem Samstag kein frisches Lüftchen vergönnt ist. „41 Grad habe ich in der Küche“, sagt er, „aber da muss man durch.“

Die Jugend des Motorboot Clubs Karlsruhe (MBC) wird es ihm danken, denn während Koch Klaus Hildenbrand ihr Mittagessen vorbereitet, können die Nachwuchsmitglieder auf dem Wasser üben.

Das ist bei 36 Grad kein Zuckerschlecken, denn bevor es mit dem Boot ins Wasser geht, muss in der Halle alles vorbereitet und der Parcours im Hafen aufgebaut werden. Den Bootsführerschein kann man eigentlich erst mit 15 Jahren machen, doch früh übt sich: Ins Training einsteigen können beim MBC Kinder ab sechs Jahren.

Die siebenjährige Lina ist derzeit das jüngste Mitglied der Jugend. „Mir gefällt die Geschwindigkeit“, erklärt sie, was ihr an ihrem Hobby besonders gefällt. Und fügt sportlich hinzu: „Es gibt nur ein Gas, Vollgas.“ Selbstverständlich sitzt immer ein Erwachsener beim Training mit im Boot.

Bis der Slalom fürs Training aufgebaut ist, vergeht schnell eine Stunde. Die Eltern der Nachwuchs-Bootsfahrer helfen Jugendtrainer Alexander und den Kindern beim Auf- und Abbau. Matthias Wever packt mit an und freut sich, dass Sohn Moritz seine Begeisterung fürs Hobby auf dem Wasser teilt. „Ich konnte meine Familie Stück für Stück begeistern“, erzählt er. Er selbst sei über einen Freund am Bodensee und übers Segeln zum Motorboot fahren gekommen.

Der Parcours steht schließlich nach etwas über einer Stunde und nach ein paar kleinen Korrekturen geht es dann auch los. Ein paar Meter weiter beobachten Gäste aus Iffezheim das Training. Bernd und Chau sind mit ihren Kindern und zwei Hunden seit 14 Tagen auf ihrem Schiff im Karlsruher Hafen.

„Die Leute hier sind nett“, sagt Chau. Auf dem Rhein seien sie meist zwischen Breisach und Kiefweiher bei Ludwigshafen unterwegs. Durch die Corona-Zeit, als es nicht möglich war, nach Frankreich zu fahren, seien sie nach Karlsruhe gekommen. Ausflüge nach Wörth und in die Karlsruher Innenstadt gehören zum Urlaub dazu. Dieser sei im Übrigen recht ähnlich wie ein Camping-Urlaub.

Das kann MBC-Mitglied Atilla Tokuc bestätigen. Er schaut gerne bei den Besuchern auf einen Plausch vorbei. Unter Bootsfahrern kennt man sich. Denn Boot fahren ist zwar schön, „aber auch anstrengend“, wie Tokuc erklärt. So ein Boot müsse gepflegt und gelegentlich auch repariert werden. „Viele wissen viel“, sagt Tokuc. Deshalb sei es selbstverständlich, dass man sich untereinander helfe.

Und gerade an Tagen, wenn viele vor der Hitze in die vollen Freibäder flüchten, können sich die Bootsbesitzer am Rhein ein ruhiges Plätzchen zum Baden suchen. Atilla Tokuc reichen da wenige Minuten Fahrt, um im Wörther Hafen die Ruhe zu genießen und zu baden.

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